Ein tropfender Wasserhahn oder ein verkrusteter Duschkopf sind nervig, aber oft kein Grund, sofort den Installateur zu rufen. In den meisten Fällen lässt sich eine Badarmatur ist ein Sanitärgerät zur Steuerung von Warm- und Kaltwasserfluss in Badezimmern. selbst austauschen. Dank genormter Anschlüsse passen die meisten neuen Geräte auf alte Rohre - vorausgesetzt, du gehst systematisch vor. Der richtige Tausch spart Geld, verbessert die Wasserqualität und gibt deinem Bad sofort ein frisches Gesicht.
Vorbereitung: Werkzeug und Sicherheit zuerst
Bevor du das erste Werkzeug anfasst, muss das Wasser abgedreht werden. Das klingt banal, ist aber der wichtigste Schritt. Suche im Keller oder Hauswirtschaftsraum nach dem Hauptabsperrhahn und drehen ihn zu. Alternativ funktionieren auch die Eckventile unter dem Waschbecken oder hinter der Verkleidung der Dusche. Öffne danach die Armatur, um den Restdruck aus den Leitungen zu lassen. Sonst spritzt es dich an, sobald du die ersten Schrauben löst.
Für den Austausch brauchst du nur Standardwerkzeug:
- Einen verstellbaren Maulschlüssel (Engländer) oder Gabelschlüssel, idealerweise mit Schutzbacken, um Chrom nicht zu zerkratzen.
- Eine Rohrzange für feste Gewindeverbindungen.
- Kreuzschlitzschraubendreher (PH2) für Halterungen und Rosetten.
- Dichtmaterial: Hanfstrang, Dichtungspaste oder PTFE-Band sowie neue Flachdichtungen (EPDM), falls keine dabei sind.
- Eine Wasserwaage, um die S-Anschlüsse gerade auszurichten.
Achte darauf, dass deine Arbeitsfläche sauber und trocken ist. Lege bei Arbeiten über der Badewanne eine Decke oder Pappe aus, damit du die empfindliche Oberfläche nicht mit Werkzeugen beschädigst.
Normen und Maße: Passt die neue Armatur?
Nicht jede neue Armatur passt auf jeden alten Anschluss. In Deutschland gelten strenge Normen, die den Austausch erleichtern. Für Dusch- und Badewannenarmaturen ist der Abstand zwischen den beiden Wandanschlüssen standardisiert auf 150 mm (mit einer Toleranz von ± 20 mm). Die Gewinde sind fast immer G 1/2 Zoll. Wenn du diese Maße kennst, kannst du dir viele Überraschungen sparen.
Waschtischarmaturen arbeiten meist mit einem Einlochsystem. Die Bohrung im Keramikbecken misst typischerweise zwischen 34 und 37 Millimetern. Hier schließt du die Armatur über flexible Schläuche mit G 3/8 Zoll Außengewinde an die Eckventile an. Prüfe vor dem Kauf unbedingt die technischen Daten der neuen Armatur. Marken wie Grohe oder Hansgrohe geben klare Hinweise auf Kompatibilität, während günstige No-Name-Produkte manchmal Abweichungen haben können.
| Armaturtyp | Anschlussgewinde | Achsabstand / Lochmaß | Betriebsdruck |
|---|---|---|---|
| Dusche/Wanne (Aufputz) | G 1/2 Zoll | 150 mm (± 20 mm) | 1-5 bar |
| Waschtisch (Einloch) | G 3/8 Zoll (Flexschlauch) | 34-37 mm Bohrung | 1-5 bar |
| Duschschlauch | G 1/2 Zoll | - | - |
Schritt-für-Schritt: Duscharmatur (Aufputz) wechseln
Der Tausch einer Aufputz-Duscharmatur ist eines der beliebtesten Heimwerkerprojekte. Da die Rohre sichtbar sind, hast du freien Zugang zu allen Verbindungen. Folge dieser Reihenfolge für einen sauberen Wechsel.
- Zubehör entfernen: Schraube den Duschschlauch und den Handbrausekopf ab. Entferne die Halterung an der Wand, indem du die Kappe abziehst und die Befestigungsschraube herausnimmst.
- Alte Armatur lösen: Nutze einen glatten Maulschlüssel, um die Überwurfmutter der Armatur an den Wandanschlüssen zu lösen. Vermeide geriffelte Rohrzangen an sichtbaren Teilen, da sie Kratzer hinterlassen. Ziehe die Armatur vorsichtig von der Wand.
- Rosetten abnehmen: Die dekorativen Abdeckrosetten lassen sich meist von Hand abdrehen. Falls sie festsitzen, hilft ein leichter Griff mit dem Schlüssel, aber Vorsicht vor Beschädigungen.
- S-Anschlüsse prüfen: Dies ist der kritischste Punkt. Die sogenannten S-Anschlüsse (Winkelstücke) bleiben oft in der Wand. Sind sie korrodiert oder beschädigt, müssen sie erneuert werden. Neue S-Anschlüsse müssen sorgfältig abgedichtet werden. Wickle Hanf im Uhrzeigersinn ins Gewinde und trage etwas Dichtungspaste auf. Schraube die Bögen mit der Rohrzange in die Wand. Achte darauf, dass beide Bögen waagerecht und parallel zueinander stehen. Der Abstand muss exakt 150 mm betragen. Eine Wasserwaage hilft hier enorm.
- Neue Armatur montieren: Lege die mitgelieferten Flachdichtungen (EPDM) in die Überwurfmutter der neuen Armatur. Setze die Armatur an und schraube die Muttern zunächst von Hand auf. Ziehe sie dann abwechselnd links und rechts leicht an, damit sich die Armatur nicht verkantet. Nachziehen mit dem Schlüssel, aber nicht zu fest - „Handfest plus eine Vierteldrehung“ reicht meist aus.
- Dichtheitsprüfung: Öffne langsam das Wasser. Lass die Armatur einige Minuten laufen, um Luft auszutreiben. Prüfe alle Verbindungen mit einem trockenen Tuch. Tropft es? Dann wieder abdrehen, Dichtung kontrollieren und leicht nachziehen.
Schritt-für-Schritt: Waschtischarmatur austauschen
Bei der Waschtischarmatur arbeitest du eng unter dem Becken. Hier zählt Organisation. Oft musst du den Siphon kurz abbauen, um genug Platz für die Hände zu bekommen.
- Abdrehen und Entleeren: Schließe die Eckventile unter dem Tisch. Stelle einen Eimer darunter, da beim Lösen der Flexschläuche noch Restwasser austritt.
- Altarmatur entfernen: Löse die Flexschläuche von den Eckventilen. Von unten am Waschtisch befestigt die Armatur eine Mutter oder ein Spannbügel. Mit einer langen Stecknuss oder einem speziellen Montageschlüssel löst du diese Befestigung. Ziehe die alte Armatur nach oben raus.
- Reinigung: Reinige die Auflagefläche des Waschtischs gründlich. Kalkreste und alte Dichtmasse verhindern einen guten Sitz der neuen Armatur. Ein mildes Zitronensäure-Mittel entfernt Kalk effektiv.
- Vormontage: Schraube die neuen Flexschläuche von unten an die Armatur. Nur von Hand! Zu viel Kraft kann die Dichtflächen im Inneren der Armatur beschädigen. Lege den Dichtungsring (Gummi oder Schaumstoff) auf den Armaturenschaft.
- Einsetzen: Führe die Schläuche durch das Loch im Waschtisch. Setze die Armatur von oben auf. Von unten fixierst du sie mit der Montageplatte und der Mutter. Richte die Armatur genau aus, bevor du festziehst. Eine schief sitzende Armatur sieht nicht nur schlecht aus, sondern belastet auch die Keramik.
- Anschluss und Test: Verbinde die Flexschläuche mit den Eckventilen. Festziehen, aber ohne Gewalt. Montiere den Ablauf und den Siphon wieder. Öffne das Wasser langsam. Prüfe alle Verbindungen auf Trockenheit.
Abdichtung: Hanf, PTFE oder Gummi?
Die Wahl des richtigen Dichtmaterials entscheidet über die Langlebigkeit deiner Installation. Es gibt drei Hauptarten, die du kennen solltest.
Hanf und Dichtungspaste sind der klassische Standard für Gewindeverbindungen an S-Anschlüssen. Hanf quillt bei Kontakt mit Wasser und füllt kleine Unebenheiten im Gewinde aus. Der Vorteil: Du kannst den Anschluss später leicht nachjustieren, ohne dass er undicht wird. Wickle den Hanf immer in Einschraubrichtung (Uhrzeigersinn) auf. Ohne Dichtungspaste würde der Hanf schnell faulen; die Paste konserviert ihn und sorgt für zusätzliche Dichtigkeit.
PTFE-Band (Teflonband) ist eine moderne Alternative. Es ist sauberer zu verarbeiten als Hanf, hat aber einen Nachteil: Es ist weniger flexibel. Wenn du eine Verbindung einmal angezogen hast, lässt sie sich kaum noch lösen, ohne das Band zu zerstören. Daher raten viele Installateure bei S-Anschlüssen, die eventuell mal justiert werden müssen, weiterhin zu Hanf. PTFE eignet sich besser für feste Verschraubungen, die nicht mehr berührt werden sollen.
Flachdichtungen (EPDM/Gummi) findest du in den Überwurfmuttern der Armaturen. Sie liegen zwischen zwei ebenen Flächen. Hier ist kein Gewinde involved. Wichtig: Diese Dichtungen nie neu verwenden. Auch wenn sie gut aussehen, sind sie oft bereits deformiert oder porös. Immer die neue Dichtung aus der Packung einsetzen. Und vergiss nicht, die Muttern gleichmäßig anzuziehen, sonst klemmt die Dichtung einseitig und es tropft.
Pflege und Wartung: So bleibt alles dicht
Ein Wechsel ist nur der Anfang. Regelmäßige Pflege verhindert, dass du schon nach zwei Jahren wieder bohren musst. Die häufigste Ursache für Probleme ist Kalk.
Entkalke den Strahlregler (Perlator) alle drei bis sechs Monate. Schraube ihn ab und lege ihn in eine Lösung aus Zitronensäure und Wasser (ca. 1 Teil Säure auf 4 Teile Wasser). Nach 30 Minuten ist der Kalk gelöst. Spüle gründlich nach. Viele moderne Armaturen haben Anti-Kalk-Noppen am Auslauf. Diese kannst du einfach mit der Hand abstreifen, um Ablagerungen zu entfernen.
Reinige die Oberflächen nur mit pH-neutralen Mitteln. Keine Scheuermittel, keine Chlorreiniger und keine starken Säuren. Chrom und PVD-Beschichtungen (die schwarzen oder goldenen Varianten) sind empfindlich gegen chemische Angriffe. Ein weiches Mikrofaser-Tuch und warmes Wasser reichen für den Alltag völlig aus. Trockne die Armatur nach dem Putzen ab, um neue Kalkflecken zu vermeiden.
Prüfe einmal jährlich die Eckventile und Flexschläuche. Wenn du Grünspan (Kupferkorrosion) oder Rost siehst, tausche die Teile sofort aus. Ein geplatzter Schlauch unter dem Waschbecken führt schnell zu teuren Wasserschäden, die deine Versicherung im Zweifel ablehnt, wenn du grob fahrlässig gewartet hast.
Kosten und Entscheidung: Selbst machen oder Profi rufen?
Wie viel sparst du wirklich? Eine einfache Waschtischarmatur kostet im Baumarkt zwischen 30 und 60 Euro. Markenprodukte liegen bei 100 bis 300 Euro. Der Arbeitslohn eines Fachinstallateurs liegt in Deutschland bei etwa 60 bis 90 Euro netto pro Stunde. Ein einfacher Wechsel dauert 0,5 bis 1 Stunde. Rechnet man Anfahrt und Material dazu, zahlst du bei einem Profi schnell 150 bis 250 Euro für den Austausch einer einzigen Armatur.
Wenn du also mehrere Armaturen tauschst, amortisiert sich das Werkzeug schnell. Aber warte: Unterputz-Armaturen sind eine andere Geschichte. Hier sitzt die Mischeinheit in der Wand. Ein Fehler bei der Abdichtung der Nische kann zu feuchten Wänden und Schimmel führen. Bei Unterputz-Systemen, Thermostaten mit komplexer Elektronik oder wenn du unsicher bezüglich der Normen (DIN EN 817, DIN EN 1111) bist, lass die Finger davon und rufe einen Profi. Die Investition in eine professionelle Installation lohnt sich hier, da Reparaturen an versteckten Leitungen extrem teuer sind.
Brauche ich einen Installateur, um eine Duscharmatur zu wechseln?
Für einfache Aufputz-Armaturen an Dusche oder Badewanne ist ein Installateur nicht zwingend erforderlich, solange du grundlegende Handwerkserfahrung hast. Die Anschlüsse sind genormt (150 mm Abstand, G 1/2 Zoll). Bei Unterputz-Armaturen oder komplexen Thermostat-Systemen empfehlen wir jedoch einen Fachbetrieb, um Schäden an der Wandabdichtung oder Fehlfunktionen zu vermeiden.
Warum tropft meine neue Armatur trotz neuer Dichtungen?
Häufige Ursachen sind: 1. Die Flachdichtung wurde vergessen oder ist falsch herum eingelegt. 2. Die Überwurfmutter wurde zu stark angezogen, wodurch die Dichtung verschoben oder zerquetscht wurde. 3. Der S-Anschluss an der Wand ist nicht korrekt mit Hanf oder PTFE abgedichtet. 4. Die Armatur ist verkantet montiert, sodass die Gewindekräfte ungleichmäßig verteilt sind. Prüfe alle Verbindungen auf Gleichmäßigkeit.
Kann ich PTFE-Band statt Hanf verwenden?
Ja, PTFE-Band ist zugelassen und oft sauberer zu verarbeiten. Allerdings ist es weniger fehlertolerant als Hanf. Hanf quillt und erlaubt leichte Nachjustierungen. PTFE-Band reißt schnell, wenn man die Verbindung einmal gelöst und wieder anzieht. Für S-Anschlüsse, die später mal justiert werden könnten, ist Hanf mit Dichtungspaste oft die sicherere Wahl für Laien.
Wie entferne ich Kalk vom Strahlregler?
Schraube den Strahlregler (Perlator) vorsichtig ab. Lege ihn in eine Schale mit einer Mischung aus Zitronensäure und Wasser (Verhältnis 1:4). Lass ihn 30 bis 60 Minuten einweichen. Spüle ihn anschließend gründlich mit klarem Wasser aus, um Säurereste zu entfernen, und setze ihn wieder ein. Vermeide aggressive Chemikalien, die das Kunststoffgitter angreifen könnten.
Was tun, wenn die S-Anschlüsse in der Wand rosten?
Rostige S-Anschlüsse sollten ersetzt werden, da sie brüchig sein können und bei Drehmoment brechen. Schraube die alten Bögen mit einer Rohrzange heraus. Reinige das Innengewinde in der Wand von alten Dichtresten. Setze neue Messing-S-Anschlüsse ein, achte auf eine gleichmäßige Höhe und Abdichtung mit Hanf/Dichtungspaste. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um auch alte, versprödete Gummidichtungen in der Wand zu erneuern.