Mietpreisbremse: Was sie wirklich bedeutet und wie sie Mieter und Vermieter beeinflusst
Die Mietpreisbremse, ein gesetzliches Instrument zur Begrenzung von Mietsteigerungen in angespannten Wohnungsmärkten. Auch bekannt als Mietpreisbegrenzung, gilt sie in Städten und Regionen mit starkem Wohnraumdruck und soll verhindern, dass neue Mieter übermäßig hohe Mieten zahlen. Sie ist kein festes Gesetz für ganz Deutschland, sondern wird von den Bundesländern aktiviert – und nur dort, wo der Mietspiegel es rechtfertigt. In Berlin, München oder Hamburg funktioniert sie anders als in kleineren Städten, wo sie gar nicht gilt.
Die Regelung besagt: Wenn eine Wohnung neu vermietet wird, darf die Miete nicht mehr als zehn Prozent über dem vergleichbaren Ortsmietspiegel liegen. Das klingt einfach – doch wer entscheidet, was „vergleichbar“ ist? Ein 70-Quadratmeter-Apartment aus dem Jahr 1980 mit alten Fenstern und ohne Dusche zählt nicht zum gleichen Typ wie ein modernisiertes Loft mit Fußbodenheizung. Hier spielen Mietspiegel, offizielle statistische Erhebungen, die durch Städte oder Mietervereine erstellt werden und durchschnittliche Mieten nach Wohnungsgröße, Alter und Ausstattung auflisten eine entscheidende Rolle. Aber: Viele Mietspiegel sind veraltet, unvollständig oder werden von Vermietern ignoriert. Und wer kontrolliert das? Fast nie. Die Mietpreisbremse ist ein Recht – aber kein durchsetzbares Werkzeug für den Durchschnittsmieter.
Was viele nicht wissen: Die Mietpreisbremse gilt nicht für Neubauten, Sanierungen mit wesentlichen Modernisierungen oder wenn die Vormiete bereits über der zulässigen Grenze lag. Das bedeutet: Ein Vermieter kann eine Wohnung sanieren, die Miete nach oben schnellen lassen – und dann die Mietpreisbremse umgehen, weil er „nach Sanierung“ eine neue Miete festlegt. Auch Mietrecht, das gesamte Rechtsgebiet, das die Beziehung zwischen Mieter und Vermieter regelt, einschließlich Kündigungsfristen, Modernisierungsregeln und Mietsteigerungsbeschränkungen ist hier im Spiel. Wer glaubt, die Mietpreisbremse schützt ihn vor jeder Mietsteigerung, irrt. Sie schützt nur vor einer einmaligen, starken Erhöhung beim Umzug – nicht vor jährlichen Mieterhöhungen nach der Mietsteigerungsverordnung.
Und was ist mit den Vermietern? Viele sehen die Mietpreisbremse als Belastung – und reagieren mit Stilllegung, Verkauf oder Umwandlung in Ferienwohnungen. In einigen Städten ist der Bestand an bezahlbaren Wohnungen trotz Mietpreisbremse geschrumpft. Das ist kein Fehler der Regelung – sondern ein Zeichen dafür, dass sie allein nicht reicht. Sie braucht Ergänzungen: mehr sozialen Wohnbau, bessere Mietspiegel, mehr Transparenz.
Was du hier findest, sind klare, praxisnahe Artikel, die zeigen, wie die Mietpreisbremse in der Realität funktioniert – oder eben nicht. Du erfährst, wie du prüfst, ob deine Miete rechtlich ist, wie du dich gegen überhöhte Mieten wehrst, und warum du den Mietspiegel deiner Stadt kennen musst. Du lernst, welche Modernisierungen die Mietpreisbremse wirklich umgehen können, und wie Vermieter oft legal über die Regeln hinweggehen. Kein theoretisches Geschwafel – nur das, was du brauchst, um als Mieter oder Vermieter nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.