Zinssicherung: Wie Sie Ihre Baufinanzierung vor Zinssteigerungen schützen
Wenn Sie eine Zinssicherung, eine Vereinbarung mit der Bank, die den Zinssatz für Ihre Baufinanzierung über einen festen Zeitraum garantiert. Auch bekannt als Zinsbindung, ist sie der wichtigste Schutz, den Sie haben, wenn Sie ein Haus bauen oder kaufen. Ohne sie sind Sie jedem Zinsschwankung ausgeliefert – und das kann Ihnen im Laufe von 10, 15 oder 20 Jahren zehntausende Euro kosten.
Die meisten Leute denken, je länger die Zinssicherung, desto besser. Doch das stimmt nicht immer. Eine 20-jährige Zinsbindung mag sicher klingen, aber sie kostet Sie heute deutlich mehr als eine 10-jährige. Und wenn die Zinsen in fünf Jahren wieder fallen, sitzen Sie fest. Stattdessen geht es darum, die richtige Dauer für Ihre persönliche Situation zu finden. Wer planbar arbeitet, wer weiß, dass er in 10 Jahren umfinanzieren will, oder wer mit einer hohen Tilgung schnell schuldenfrei werden möchte, braucht oft weniger als 15 Jahre. Wer dagegen mit niedrigem Einkommen baut und jeden Euro zählen muss, sollte lieber länger absichern – auch wenn es teurer ist. Die Zinsbindungsfrist, der Zeitraum, für den der Zinssatz fest vereinbart ist, ist kein Standardprodukt – sie ist eine Entscheidung, die Ihren gesamten Finanzplan prägt.
Und dann gibt es noch die Festzins, den festgelegten Zinssatz, den Sie während der Zinsbindungsfrist zahlen. Der ist nicht gleichbedeutend mit dem Angebot der Bank. Viele Banken locken mit niedrigen Zinsen, aber verstecken Gebühren, Vorfälligkeitsentschädigungen oder restriktive Tilgungsregeln. Ein gutes Angebot hat nicht den niedrigsten Zins – es hat die wenigsten Fallstricke. Prüfen Sie immer, was passiert, wenn Sie vor Ablauf der Zinsbindung verkaufen, umbauen oder umfinanzieren wollen. Die meisten Verträge sind so gestaltet, dass Sie bei einer vorzeitigen Rückzahlung hohe Strafen zahlen. Und das kann Sie mehr kosten als die gesamte Zinsdifferenz, die Sie sparen wollten.
Ein weiterer Faktor, den fast alle unterschätzen: der Tilgungsplan, die Rate, mit der Sie die Kreditschuld zurückzahlen. Je höher Ihre Tilgung, desto schneller sind Sie schuldenfrei – und desto weniger riskieren Sie, wenn die Zinsen später steigen. Wer mit 2 % Tilgung baut, bleibt lange verschuldet. Wer mit 3 % oder 4 % tilgt, ist in 15 Jahren oft fertig. Und dann braucht er auch keine 20-jährige Zinssicherung mehr. Es geht nicht nur darum, den Zins zu sichern – es geht darum, die Schuld abzubauen.
Was Sie in dieser Sammlung finden, sind klare, praktische Anleitungen, die genau das erklären: Wie Sie die richtige Zinssicherung finden, wie Sie Verträge lesen, ohne sich von Bankberatern austricksen zu lassen, und wie Sie Ihre Baufinanzierung so gestalten, dass sie auch in zehn Jahren noch passt. Ob Sie gerade planen, ein Haus bauen oder schon einen Kredit haben – hier finden Sie keine Theorie, sondern konkrete Schritte, die Sie sofort anwenden können.