Zeitrahmen für Immobilienkampagnen planen: Wann Häuser am schnellsten verkauft werden

Zeitrahmen für Immobilienkampagnen planen: Wann Häuser am schnellsten verkauft werden
Immobilien & Recht

Wie lange dauert es, ein Haus zu verkaufen? Und wann ist der beste Zeitpunkt, um es auf den Markt zu bringen? Viele Verkäufer glauben, dass es nur auf den Preis ankommt. Doch die Wahrheit ist anders: Zeitpunkt und digitale Vermarktung entscheiden oft schneller über den Erfolg als die Höhe des Angebotspreises.

Die besten Monate zum Hausverkauf: Frühling und Herbst dominieren

Wenn du dein Haus verkaufen willst, solltest du nicht einfach irgendeinen Monat wählen. Der Markt bewegt sich in klaren Zyklen. Laut einer Analyse von Pricehubble, die über 50.000 Transaktionen in Deutschland zwischen 2021 und 2023 auswertete, ist Oktober der erfolgreichste Monat - nicht nur wegen der hohen Nachfrage, sondern weil die Verkaufspreise hier am höchsten sind: durchschnittlich 2.922 Euro pro Quadratmeter.

Warum Oktober? Weil viele Käufer bis zum Jahresende umziehen wollen. Sie sind motiviert, haben oft schon eine neue Wohnung gefunden und sind bereit, einen fairen Preis zu zahlen. Die Konkurrenz ist groß - aber die Käufer auch kaufkräftiger. Im Vergleich dazu ist Dezember der schwächste Monat. Obwohl nur wenige Häuser angeboten werden, sinken die Preise. Die wenigen Interessenten sind vorsichtig, oft unsicher, und verhandeln hart. Das Ergebnis: weniger Verkäufe, niedrigere Preise.

Der Frühling ist der zweite Star. Von März bis Mai steigt die Nachfrage stark an. Die Tage werden länger, die Gärten blühen, und Familien planen Umzüge für den Sommer. Mai und Juli liegen in der Preisliste knapp hinter Oktober. Wenn du dein Haus in diesen Monaten anbietest, hast du die besten Chancen auf einen schnellen und lukrativen Verkauf.

Warum Winter und Spätsommer schlecht sind - und was du stattdessen tust

September, November und Dezember gehören zu den Monaten mit den wenigsten Angeboten. Das klingt nach einer Chance - aber es ist eine Falle. Weniger Angebote bedeuten nicht mehr Nachfrage. Es bedeutet, dass die Käufer, die noch aktiv sind, entweder sehr spezifische Wünsche haben oder stark preissensibel sind. Viele warten auf den Frühling. Wenn du jetzt verkaufst, musst du dich mit einer kleinen, ungeduldigen Gruppe auseinandersetzen - und das kostet Zeit und Nerven.

Was tun, wenn du im Herbst oder Winter verkaufen musst? Dann musst du dich anders vermarkten. Ein Haus, das im November in der Standard-Listung auf Immobilienscout24 steht, wird monatelang liegen. Ein Haus, das mit professionellen Fotos, einer virtuellen Tour und gezielten Social-Media-Kampagnen beworben wird, findet trotzdem Interessenten. Die Technik macht den Unterschied - nicht der Monat.

Wie lange dauert der Verkauf wirklich? Zahlen aus 2024

Die durchschnittliche Vermarktungszeit in Deutschland lag im dritten Quartal 2024 bei 112 Tagen. Das klingt nach lang. Ist es auch. Aber es gibt große Unterschiede. Eine Eigentumswohnung in Frankfurt oder München verkauft sich nach durchschnittlich 78 Tagen. Ein Einfamilienhaus auf dem Land? 147 Tage. Warum? Weil Städter schneller entscheiden. Und weil die Nachfrage in Ballungsräumen höher ist - und die digitalen Vermarktungsmöglichkeiten besser genutzt werden.

Was kannst du tun, um diese Zeit zu verkürzen? Zwei Dinge: Home Staging und digitale Strategien. Eine Studie von Immoshape aus 2024 zeigt: Mit professionellem Home Staging halbiert sich die Verkaufszeit von sechs auf drei Monate. Das ist kein Zufall. Ein gut eingerichtetes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer wirkt einladend. Ein voller Keller, ein überladener Balkon - das schreckt ab.

Kontrast zwischen einem dunklen, verlassenen Haus im Dezember und einem hellen, gut eingerichteten Zuhause im Mai mit digitalen Verkaufsanzeigen.

Digitaler Marketing-Mix: Was wirklich funktioniert

Früher reichte ein Foto und ein Exposé. Heute brauchst du ein ganzes System. Die meisten Makler geben 800 bis 1.500 Euro pro Objekt für Werbung aus - aber nur 30 Prozent davon fließen in digitale Kanäle. Das ist zu wenig.

Die effektivsten digitalen Maßnahmen sind:

  • SEO-optimierte Anzeigen: Deine Immobilie sollte in Google erscheinen, wenn jemand nach „Haus zum Verkauf in [deine Stadt]“ sucht. Das kostet nicht viel, aber es bringt qualifizierte Interessenten.
  • Facebook- und Instagram-Werbung: Gezielte Anzeigen für Menschen in einem 20-Kilometer-Radius, die in den letzten 6 Monaten nach Immobilien gesucht haben. Diese Kampagnen reduzieren die Verkaufszeit um bis zu 22 Prozent.
  • Personalisiertes Direktmarketing: Broschüren mit deinem Haus an Haushalte in der Nachbarschaft zu senden, bringt eine Antwortquote von 4,7 Prozent - fast dreimal so viel wie der Branchendurchschnitt von 1,8 Prozent.
  • Automatisierte Nachfasskampagnen: Nach 14 Tagen einen Brief, nach 30 Tagen ein Telefonat, nach 45 Tagen ein neues Foto. Diese fünf Schritte über 60 Tage erhöhen die Abschlusswahrscheinlichkeit um 37 Prozent.

Die Kombination aus klassischem Staging und digitaler Reichweite ist der Schlüssel. Ein Haus, das gut aussieht und gut gefunden wird, verkauft sich schneller - und oft zu einem besseren Preis.

Die Rolle der Wirtschaftslage: Zinsen, Inflation und Unsicherheit

Der Markt ist nicht nur saisonal, er ist auch wirtschaftlich geprägt. Zwischen 2022 und 2024 sind die Preise in Deutschland um durchschnittlich 18,7 Prozent gefallen. Die Zinsen der EZB lagen im Dezember 2024 bei 3,5 Prozent - das ist hoch. Viele Käufer zögern. Sie rechnen mit weiteren Preisverlusten. Sie warten.

Doch das ist kein Grund, den Verkauf aufzuschieben. Im Gegenteil: Wer jetzt vermarktet, steht vor weniger Konkurrenz. Diejenigen, die noch kaufen, sind ernsthaft. Sie haben das Geld, sie haben den Plan. Du musst nur deine Immobilie so präsentieren, dass sie sich von den anderen abhebt.

Experten wie die Immowelt-Gruppe sehen KI-Tools als den nächsten Schritt: Automatisierte Chatbots, die Interessenten sofort beantworten, oder Algorithmen, die den besten Werbezeitpunkt berechnen. Diese Tools reduzieren die Verkaufszeit um durchschnittlich 28 Tage. Sie sind kein Luxus - sie werden Standard.

Ein Immobilienagent mit Hologrammen und automatisierten Werbevögeln, die auf eine deutsche Stadt zusteuern, in Rick Griffin-Stil.

Deine persönlichen Umstände sind entscheidend

Die perfekte Marktbedingung ist sinnlos, wenn du im März umziehen musst, weil dein Job dich in eine andere Stadt zwingt. Eine Umfrage der Deutschen Bank Research unter 2.500 Verkäufern ergab: Wer seinen Verkauf an seine persönliche Lebenssituation anpasst - und nicht nur an den Markt - verkauft sein Haus 23 Tage schneller.

Das bedeutet: Wenn du im Juni umziehen musst, starte die Kampagne im Februar. Nicht im April. Wenn du im November eine neue Stelle antrittst, beginne im Juli. Du musst nicht auf den perfekten Monat warten. Du musst den perfekten Zeitpunkt für dich finden - und dann die Marketingmaschinerie darauf ausrichten.

Zukunftstrend: Digitale Vermarktung wird immer wichtiger

Im Jahr 2025 wird der Anteil des Marketingbudgets für digitale Maßnahmen von heute 65 Prozent auf 78 Prozent steigen. Das bedeutet: Wer noch auf Printanzeigen und Plakate setzt, verliert. Wer mit Video-Touren, 3D-Modellen und automatisierten Follow-ups arbeitet, gewinnt.

Die Zukunft gehört nicht dem teuersten Angebot. Sie gehört dem, der am schnellsten gefunden wird - und am überzeugendsten präsentiert wird. Die Technik ist da. Die Daten sind da. Es geht nur noch darum, sie zu nutzen.

Wann ist der beste Monat, um ein Haus zu verkaufen?

Der beste Monat ist Oktober, gefolgt von Mai und Juli. In diesen Monaten sind die Verkaufspreise am höchsten und die Nachfrage stark. Im Oktober bieten viele Verkäufer an - aber die Käufer sind besonders kaufkräftig und entschlossen, vor dem Jahresende umzuziehen.

Warum verkaufen sich Häuser im Dezember schlechter?

Im Dezember ist die Nachfrage niedrig, weil viele Menschen den Immobilienkauf auf das nächste Jahr verschieben. Die wenigen Interessenten sind oft preissensitiv und verhandeln hart. Obwohl das Angebot gering ist, sinken die Preise - weil die Käufer weniger bereit sind, Höchstpreise zu zahlen.

Wie lange dauert der Verkauf eines Hauses durchschnittlich?

In Deutschland dauert der Verkauf durchschnittlich 112 Tage. In Großstädten wie Frankfurt oder München sind es nur 78 Tage, auf dem Land bis zu 147 Tage. Die Dauer hängt stark von Lage, Art der Immobilie und Vermarktungsstrategie ab.

Kann Home Staging wirklich die Verkaufszeit halbieren?

Ja. Eine Studie von Immoshape aus 2024 mit 1.200 Immobilien zeigt: Mit professionellem Home Staging sinkt die Vermarktungszeit von sechs auf drei Monate. Ein gut präsentiertes Zuhause wirkt einladend, vergrößert den Raum optisch und hilft Käufern, sich vorzustellen, dort zu leben.

Sollte ich auf digitale Werbung setzen oder auf traditionelle Methoden?

Beides ist wichtig - aber digital ist entscheidend. 78 Prozent des Marketingbudgets sollten bis 2025 in digitale Kanäle fließen. SEO, Social Media, gezielte Anzeigen und automatisierte Nachfasskampagnen bringen qualifizierte Interessenten schneller. Traditionelle Methoden wie Printwerbung allein reichen nicht mehr.

Wie beeinflussen Zinsen den Verkauf?

Hohe Zinsen (3,5 Prozent im Dezember 2024) dämpfen die Nachfrage, weil Kredite teurer werden. Das führt zu weniger Käufern und längeren Verkaufszeiten. Aber es bedeutet nicht, dass du nicht verkaufen kannst. Wer jetzt vermarktet, steht vor weniger Konkurrenz - und kann sich auf die ernsthaften Käufer konzentrieren.