Fliesenkleber richtig auftragen: So geht’s ohne Fehler

Beim Fliesenkleber, ein spezieller Klebstoff, der Keramik, Stein oder Naturstein auf Untergründen haften lässt. Auch bekannt als Keramikkleber, ist er die unsichtbare Grundlage jeder Fliesenarbeit – und ein falsch aufgetragener Kleber macht später Risse, Hohlräume oder abfallende Fliesen. Viele denken, Fliesenkleber ist einfach nur Kleber. Doch er ist ein technisches Produkt mit spezifischen Eigenschaften: flexibel, wasserfest, schnell oder langsam aushärtend – je nach Einsatzort. Ob im Badezimmer, auf der Terrasse oder im Altbau: Der richtige Kleber und die richtige Auftragstechnik entscheiden über Jahre oder Jahrzehnte Haltbarkeit.

Der Untergrund, die Fläche, auf die der Kleber aufgetragen wird – wie Beton, Gipskarton oder alte Fliesen muss sauber, fest und trocken sein. Ein fettiger oder loser Untergrund lässt selbst den besten Kleber versagen. Und die Kleberdicke, die Menge an Kleber, die mit der Zahnkelle aufgetragen wird ist entscheidend. Zu wenig? Dann haftet die Fliese nicht richtig. Zu viel? Verformt sich der Kleber, die Fliesen wölben sich oder es entstehen Hohlräume. Die Regel: Je größer die Fliese, desto dicker der Kleber. Für 30x30 cm reichen 4–6 mm, für 60x60 cm oder mehr brauchst du 8–12 mm. Die Zahnkelle muss passend zur Fliese gewählt werden – meist 6–10 mm Zähne. Und immer nur in kleinen Flächen auftragen, damit der Kleber nicht antrocknet.

Im Badezimmer brauchst du einen Fliesenkleber mit hoher Flexibilität – besonders wenn die Fliesen über einer Fußbodenheizung liegen oder auf Holzuntergründen verlegt werden. Ein normaler Kleber reißt bei Temperaturschwankungen. Für Außenbereiche wie Terrassen oder Balkone brauchst du frostbeständigen Kleber mit hoher Wasserdichtigkeit. Und wenn du alte Fliesen überkleben willst? Dann muss der Kleber speziell dafür zugelassen sein – nicht jeder Kleber haftet auf Glaskeramik. Viele machen den Fehler, einfach den billigsten Kleber zu nehmen. Das spart am Anfang, kostet aber später doppelt: Reparaturen, abgefallene Fliesen, Schimmel unter den Fugen – alles Folgeschäden eines falschen Klebers.

Die richtige Technik ist ebenso wichtig wie der Kleber selbst: Mit der Zahnkelle immer in eine Richtung streichen, nicht hin und her. So entstehen gleichmäßige Rillen, die Luft entweichen lassen und die Fliese gleichmäßig aufliegt. Danach die Fliese leicht drehen – das sorgt für besseren Kontakt. Und nie mit den Fingern drücken, um sie festzudrücken. Das verformt den Kleber und macht die Verlegung ungleichmäßig. Wer hier spart oder sich beeilt, zahlt später mit Zeit, Geld und Nerven.

Was du in den folgenden Artikeln findest: Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du den passenden Kleber für dein Projekt auswählst, welche Werkzeuge du wirklich brauchst, wie du alte Fliesen richtig vorbereitest, und warum du in manchen Fällen lieber auf einen Spezialkleber verzichten solltest. Keine Theorie – nur das, was in der Praxis funktioniert. Denn Fliesenkleber richtig auftragen ist keine Kunst. Es ist eine Handarbeit – und wie jede Handarbeit braucht sie Wissen, nicht Glück.

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